Schon lange wollte ich mal einen Artikel über meine andere Passion schreiben – meine Liebe zum Horrorfilmen. Schon als ich klein war, liebte ich das morbide und fand Geister und solches Gedöns wirklich faszinierend. Ich glaube das ausschlagebende Erlebnis bescherte mir damals meine Tante, die mich als fünf oder sechs jährigen Angsthasen, vor Horrorfilme wie Stephen Kings „Es“ oder Nightmare on Elmstreet gesetzt hatte um nicht mit mir spielen zu müssen. Als ich eingeschult wurde, hatte ich dann eine Schultüte in den Farben Lila, Grün und Schwarz, verziert mit Fledermäusen und Geistern. Das größte Geschenk war dann, als Mama mir aus der Videothek Nightmare before Christmas ausgeliehen hat und ich Sendungen wie Gänsehaut und Geschichten aus der Gruft schauen durfte. Gut die letzten zwei kann man jetzt nicht Horrorfilme nennen, aber hey, für ein kleines Kind sind die schon ziemlich gruselig, findet ihr nicht?

Nachdem nun nach und nach Klassiker neu verfilmt wurden, möchte ich euch heute fünf meiner liebsten Horrorfilme der 2000er vorstellen. Wenn euch dieser Beitrag dann gefällt, kann ich gern auch noch andere, ältere Titel vorstellen und euch meine Meinung dazu kund tun. Aber fangen wir erst einmal an. Als kleine Warnung, die meisten meiner Horrorfilme sind FSK 18.

# 1 – I Spit on Your Grave (2010, FSK 18)

Schriftstellerin Jennifer Hills mietet sich eine einsame Blockhütte im Wald um in Ruhe ihr neues Buch schreiben zu können. Doch die junge hübsche Frau ahnt nicht, dass eine Gruppe brutaler Einheimischer ein Auge auf sie geworfen hat. Eines Nachts überfallen sie Jennifer in ihrer Hütte. Sie quälen und vergewaltigen sie dann mehrmals. Bevor sie jedoch die fast zu Tode gequälte Frau endgültig töten können fällt sie kraftlos in einen reißenden Fluss und wird weggespült. Entgegen aller Chancen überlebt Jennifer und hat ab sofort nur noch ein Ziel: Rache! Alles was die Männer ihr angetan haben, wird sie ihnen heimzahlen – nur diesmal viel, viel härter!

Meine Meinung

I Spit on Your Grave war der erste und wirklich unglaublich heftige Horror- bzw Psychofilm für mich, er schickte mich psychisch auf eine so unglaubliche Gefühlsreise zwischen Hass, Angst, Mitleid und Ekel. Ich konnte mich erschreckend oft mit der Hauptdarstellerin identifizieren und ich wüsste nicht, was ich tun würde, würde ich je in solch eine Situation kommen. Ich finde der Film gibt einen guten Einblick in die Abgründe eines Menschen. Sollte ihr ihn euch ansehen wollen, dann empfehle ich euch, die ungeschnittene und definitiv FSK 18 Fassung zu suchen. Die FSK16 Fassung (auf Amazon Prime zu streamen) ist so zusammengeschnitten, dass ganze Szenen keinen Sinn ergeben. Es gibt noch zwei weitere Teile, die allesamt nichts miteinander zu tun haben und ebenfalls einen Blick wert sind. Dennoch ist der erste Teil einfach ungeschlagen und verdammt krank.

#2 – Insidious (2010, FSK 16)

Gerade sind die Lamberts in ein altes Anwesen gezogen und leben noch aus dem Umzugskarton, da stellt die dreifache Mutter Renai schon paranormale Aktivitäten fest: Türen schwingen auf, Gegenstände bewegen sich wie von Geisterhand. Ihrem Sohn Dalton wird seine Neugier zum Verhängnis – nach einem Leitersturz auf dem Dachboden fällt er in ein für die Ärzte unbegreifliches Koma, aus dem er nicht mehr erwacht. Drei Monate später, als er von der Klinik nach Hause verlegt wird, intensiviert sich der Schrecken: Nach unheimlichen Geräuschen aus dem Babyphon, Gestalten im Kinderzimmer und blutigen Handabdrücken überredet die deprimierte Renai ihren skeptischen Mann Josh zum Auszug. Jedoch es hilft nichts. Denn nicht das Haus, sondern der im Koma liegende Junge wird heimgesucht. Die Familie muss sich, im wörtlichen Sinne, ihren Dämonen stellen.

Meine Meinung

Glaubt ihr an Geister und Dämonen? Ich zumindest an das Böse und Übernatürliche, ob es nun Geister sind oder sonst was ist mir ziemlich gleich, aber es gab einige Momente in meinem Leben, wo ich an meinem Verstand zweifeln musste und bis heute keine rationale Erklärung dafür habe.

Insidous ist einer der wenigen FSK 16 Filme, die mich sehr fesselten. Ich finde die Mischung aus Jumpscares und Spannungsaufbau einfach unglaublich gut gelungen. Am liebsten hätte ich die komplette Reihe vorgestellt, denn dies ist eine der wenigen Reihen, wo jeder Film genauso oder nicht sogar noch besser ist als der vorherige Teil. Man fühlt sich unglaublich gefesselt und wer eine Schwäche für das Übernatürliche hat, der kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Am besten schaut ihr ihn in einem komplett dunklen Raum, wenn ihr alleine seid und euch niemand schreien hört. Oder noch besser, schnappt euch eure Freunde und macht einen Insidous Marathon mit allen vier Teilen.

#3 – Sinister (2012, FSK 16)

Der letzte Erfolg, den der True-Crime-Autor Ellison Oswalt je erzielte, liegt zehn Jahre zurück und der Familienvater braucht dringend Geld. Damals hatte er es sich mit der Polizei verscherzt, weshalb ihm beim Einzug in sein neues Haus behördliche Feindseligkeit entgegenschlägt. Seine Frau Tracy und die beiden Kinder ahnen nicht, dass die Voreigentümer im Garten ermordet wurden und Ellison auf dem Dachboden das dazugehörige Snuff-Video sichtet. Fortan häufen sich unheimliche Vorfälle einer dunklen Macht, die es auf die Oswalts abgesehen hat.

Meine Meinung

Sinister ist einzigartig und bis heute kam noch kein anderer Horrorfilm, den ich gesehen habe, an diesen Film ran. Jeder hatte sicherlich schon mal eine gruselige Begegnung mit einem Kind, entweder es starrte einfach in die Leere, hatte einen imaginären Freund oder erzählte von Sachen, die einfach nicht wahr sein können, oder doch? Jedenfalls wollte ich keine Kinder mehr haben, nachdem ich diesen Film gesehen habe, das hat sich zwar mittlerweile geändert, aber damals war ich mir dessen ganz ganz sicher. Kinder sind sehr beeinflussbar, sie wissen es nicht besser und genau das beweist Sinister im ersten und zweiten Teil. Dennoch muss ich sagen, dass der erste Teil hier, wie so oft, der bessere der beiden ist.

#4 – Possession Das Dunkle in Dir (2012, FSK 18)

Bei einem Flohmarktsbesuch ersteht die kleine Em ein antikes Kästchen. Das Mädchen ist begeistert von ihrem neuen „Schatz“. Ihre Eltern Clyde und Stephanie Brenck schenken der neuen Obsession zunächst keine große Beachtung, bis Em sich zunehmend sonderbar verhält und immer aggressiver wird. Bei seinen Nachforschungen, was es mit dem geheimnisvollen Kästchen auf sich hat, stößt Clyde auf einen alten, jüdischen Volksglauben, nach dem in dem Kästchen ein Dibbuk gefangen sein soll. Ein Totengeist, der von den Seelen der Lebenden zehrt. Es besteht keine Gefahr, so lange der Dibbuk in seiner Kiste gefangen ist. Doch Em hat den Deckel geöffnet und einem Parasiten gleich, hat sich der teuflische Insasse bereits tief in seinen unschuldigen Wirtsorganismus gebohrt …

Meine Meinung

Possession ist so ein Film, wo ich nicht ganz verstehe, wie die FSK zustande kommt. Für mich persönlich ist er FSK 16 auch die ungeschnittene Fassung. Nun denn, der Film ist dennoch mega, da er für mich damals eine Neuheit war. Er ist nicht wirklich vorhersehbar und das liebe ich an solchen Filmen. Die kleine Em wirkt so liebevoll, zierlich und freundlich, dass man erst gar nicht glauben kann, was eigentlich passiert. Auf jeden Fall hält er einige Überraschungen bereit und man ist von der ersten Minute an in den Bann gezogen. Die Szenen sind teils eklig, teils einfach Schockreif, sodass für jeden Horrorfan etwas dabei ist. Lediglich Blut wird wenig bis gar nicht vergossen!

#5 – Unfriend (2015, FSK 16)

Die beliebte Studentin Laura genießt das College-Leben, das sie gern auch mit ihren über 800 Freunden auf Facebook teilt. Aber als sie eines Tages die mysteriöse Freundschaftsanfrage der Außenseiterin Marina annimmt, gerät sie in den Bann eines schrecklichen Fluchs: Lauras engste Freunde sterben auf grausame Weise. Ihr selbst bleiben nur wenige Tage Zeit, um das Rätsel des geheimnisvollen Mädchens und ihres Facebookprofils zu lösen und den tödlichen Bann zu brechen.

Meine Meinung

Unfriend ist ein Film komplett nach meinem Geschmack und dazu noch Topmodern. Ohne zu spoilern, der Film hat eine Wendung, mit der man wirklich bis zu einem gewissen Schlüsselmoment im Film nicht rechnet. Am Anfang hat man Mitleid und man denkt sich, wie man so nur handeln kann. Es wird gezeigt wie schnell man ein Aussenseiter werden kann und was Social Media anstellen kann. Gegen Ende driftet der Film aber in eine Richtung ab, die dann doch wieder von anderen Filmen bekannt ist. Leider kann ich euch nicht mehr darüber sagen, wenn ihr den Film noch nicht kennt. Schaut ihn euch auf jeden Fall zumindest mal an.

Ich habe bewusst die Zombiefilme weg gelassen, denn darüber lohnt es sich schon einen eigenen Post zu schreiben. Es gibt noch so unzählige Horrorfilme mehr, die man mal gesehen haben sollte. Von Klassikern bis zu denen, auf die ich mich noch freue.

Wie gefallen euch denn solche Artikel im Allgemeinen? Und was mich am meisten interessiert, glaubt ihr Übernatürliches?