Ich folge der Blogparade Travel the World schon sehr lange, leider wusste ich zu den vergangenen Ländern nicht viel beizutragen, da ich selbst noch nicht dort war. Als dann die neue Runde auf Frankreich fiehl, freute ich mich und konnte selbst endlich mitmachen. Lange habe ich hin und her überlegt worüber ich schreiben solle, soll ich euch meine liebste Bücherreihe vorstellen, meinen liebsten französischen Film, oder einfach von meinen Erinnerungen erzählen, die ich mit dem Land verbinde?! Letztendlich dachte ich mir, ich zeige euch ein paar Bilder und erzähle euch von all dem, was ich in meinen drei Reisen nach Frankreich (hauptsächlich Paris, Écrignolles und Chartres) erlebt habe und woran ich immer noch sehr gerne zurückdenke.

Einige von euch lesen vielleicht schon eine ganze Weile bei mir mit, andere sind neu dazu gekommen über die letzten drei Jahre, die die schon von Anfang an dabei sind, wissen, dass ich gute 7 Jahre mit einem halben Franzosen zusammen war. So kam es auch, dass Pascal (heute ein sehr guter Freund, mit dessen Familie ich mich immer noch treffe) Verwandte in Frankreich hatten. Um genau zu sein waren wir immer bei seinen Großeltern in Écrignolles, ein kleines Dorf, nicht weit von Chartres entfernt. Wir waren immer zu Weihnachten dort und verbrachten die Feiertage in ihrem Hause. In meinem ersten Jahr, in dem ich mit nach Frankreich konnte, erfüllte mir Pascal einen sehnlichsten Wunsch – wir fuhren nach Paris, besichtigten die Notre Dame und vor allem die „Catacombes de Paris“ – die Pariser Katakomben, von denen ich soviel gelesen habe und in denen meine liebste Bücherreihe spielt, die Libri Mortis Trilogie. Leider war ich damals noch nicht Blogger und machte weder gute, noch so viele Fotos, so habe ich von der Notre Dame leider gar keines.

Der öffentliche Teil der Katakomben, mit dem Reich der Toten…

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An jeder Kreuzung stehen die Straßennamen, die auch am Tageslicht verlaufen. So kann man sich unten auch gut zurecht finden.

Der öffentliche Teil deckt gerade mal 2km des ca. 300km langen Stollennetzwerks ab, welches sich unter Paris erstreckt.

Einige Teile sind mühsam mit Hand aus dem Stein geschlagen worden.

Immer wieder kommt man an Kreuzungen vorbei, an denen man in die verbotenen und nicht öffentlichen Teile der Katakomben sehen kann.

"Der, der das Leben verachtet, der fürchtet nicht den Tod" (frei übersetzt)

„Der, der das Leben verachtet, der fürchtet nicht den Tod“ (frei übersetzt)

Im Reich der Toten sind die Gebeine von mehreren tausend Menschen aufgeschichtet.

Bizarre Kunst

Einige Gebeine liegen noch achtlos in Nieschen.

Bis unter die Decke gestapelt….

Viele Gedenktafeln zeigen, von welchen Friedhöfen die Gebeine sind…

Auch einige Kreuze sind mit eingearbeitet…

Sehr viele Gedenktafeln, leider reicht mein französisch nicht aus um es euch zu übersetzten…

Wer einige Teile der nicht zugänglichen Katakomben sehen möchte, der kann sich auch den gleichnamigen Horrorfilm des letzten Jahres ansehen, einige werden dort gezeigt. Heutzutage gibt es nur noch sehr wenige Eingänge zu den inoffiziellen, auch verbotenen, Teilen der Katakomben und diese sind gut versteckt. Wer sich dort unten verirrt, der ist verloren!

Aber jetzt weg vom düsteren und hin zu der französischen Weihnachtsfeier! Ich muss wirklich sagen, ich war am Anfang sehr erstaunt, wie die Sitten in Frankreich so sind, ich finde es aber auch sehr sehr schön und ich hatte selten so ein ausgeprägtes Weihnachtsfeeling wie dort. Pascals Oma stand schon sehr früh in der Küche und hat den ganzen Tag damit verbracht das Abendessen vorzubereiten. Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen kamen am Nachmittag und gemeinsam saß man vor dem Kamin und unterhielt sich bei einem kleinen Aperitif der klassisch aus Alkohol bestand. Ich persönlich trank meistens einen Sekt oder einen Pastis, dazu gab es kleine Knappereien.

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Das Zuhause von Pascals Großeltern.

Gemeinsames Zusammensitzen vor dem Abendessen.

Die Knappereien: Flutes, Salamistückchen, Olivenbrot, Oliven, Erdnüsse.

Das Feuer im offenen Kamin.

Der festlich gedeckte Tisch.

Man muss wirklich sagen, an festlichen Tagen fließt immer sehr viel Alkohol. Es gibt einen oder mehrere Aperitifs und dann gibt es zu jedem Gang (nicht unter fünf) einen passenden Wein.

Am Ende sieht das dann so aus…drei Flaschen standen noch auf dem Tisch, die ebenfalls leer gemacht wurden. (Der Aperitif ist nicht dabei)

Zum Essen selbst, meistens beginnt man mit einer Vorspeise an diesem Weihnachten, an dem diese Bilder entstanden sind gab es soweit ich mich erinnern kann Jakobsmuscheln, danach gab es Gänseleberpastete mit Baguette, dann verschiedene Fleischsorten mit Kartoffeln und Gemüse, dann Salat und Käseplatte und dann der Nachtisch in Form von Joghurt, Obst, Kuchen oder Pudding. Zu jedem Gang gab es einen passenden Wein, denn Pascals Opa hatte einen eigenen Weinkeller, der wie er immer sagte bei 200 vorhandenen Flaschen, bald leer ist! ;)

Wenn wir nicht gegessen haben, dann haben wir oft Schach gespielt. Pascals Opa hat das Schachbrett glaube ich selbst gemacht – auch die Figuren.

So jetzt habt ihr einen Einblick in meine Erinnerungen und meine Erlebnisse bekommen, warum ich euch das erzählt habe? Hmm…ich weiß nicht, ich denke weil es dieses Jahr einfach so anders ist. Ich bin im Arbeitsleben eingespannt und Weihnachtliche Gefühle kommen nicht wirklich auf, auch wenn nächste Woche schon Weihnachten ist. Ich erinnere mich so gerne an die Zeit in Frankreich zurück und habe so viele positiven Gedanken daran, das ich schon fast wehmütig werde wenn ich daran denke. Ich liebe das Land, die Küche, die engstirnige aber so gastfreundliche Mentalität der Franzosen und bin so unglaublich froh, dass ich immer noch einen guten Kontakt zu der Familie meines Exfreundes habe, denn ich möchte sie einfach nicht mehr missen!

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass jeder der einen Hang zum Horror und zur bizarren Kunst hat, sich die Katakomben ansehen sollte. Es ist ein ganz seltsames Gefühl die Stufen in die Dunkelheit zu steigen und dann, nach einem kurzen Marsch durch die düsteren und engen Gänge umringt von tausenden Toten zu sein. Aber auch die wunderschöne Notre Dame hat ihre Vorzüge, neben der Kathedrale in Chartre, ist sie meine Nummer Eins, wenn es um Gotteshäuser geht! Nicht nur wegen des Disneyfilms „Der Glöckner von Notre Dame“ der in meiner Kindheit zu den liebsten Filmen gehörte.

Was haltet ihr von der Mentalität der Franzosen? Wären die Katakomben etwas für euch?

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